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Hannover Messe 2026 – Prof. Thomas Hanschke über neue Chancen der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit

Auf der Hannover Messe 2026 sprach der Prof. Thomas Hanschke, über neue Chancen der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit. Er betonte, dass die Zukunft der Beziehungen auf gegenseitigem Verständnis, technologischer Innovation und Talentförderung beruht. Trotz globaler Veränderungen bestehen weiterhin große Potenziale in Bildung, Forschung und Industrie.

Am Nachmittag des 21. April fand auf der Hannover Messe im Invest in China-Ausstellungsbereich (Halle 11, D70) erfolgreich die Veranstaltung „Invest in China – Beijing Two Zones Promotion Event“ statt. Veranstaltet wurde sie vom China International Investment Promotion Center (Deutschland), mit Unterstützung der China (Germany) R&D and Innovation Alliance. Im Mittelpunkt standen die Öffnungspolitik und Kooperationschancen der Pekinger „Two Zones“, technologische Innovation sowie industrieller Austausch.

Während der Veranstaltung hielt Prof. Thomas Hanschke, ehemaliger Präsident der Technischen Universität Clausthal und ehemaliger Verantwortlicher für die China-Kooperation im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, eine Rede zum Thema:„Wissenschafts- und Bildungskooperation zwischen Regionen als Motor gemeinsamer industrieller Innovation.“ Dabei blickte er auf seine langjährige Zusammenarbeit mit China zurück, betonte die Bedeutung von Optimismus, Respekt und Pragmatismus in den deutsch-chinesischen Beziehungen und rief zu einer weiteren Vertiefung der Kooperation in Wissenschaft, Bildung und Industrie auf.

Langjährige Begegnungen als Fundament des Vertrauens

Prof. Hanschke erinnerte an die Gründung der China (Germany) R&D and Innovation Alliance vor zehn Jahren in Berlin, die damals persönlich vom damaligen chinesischen Wissenschaftsminister Wan Gang eröffnet wurde – zugleich ein geschätzter Alumni der TU Clausthal.

Er berichtete von seinen langjährigen Kontakten zu chinesischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Innovationsplattformen und davon, wie diese Erfahrungen sein Verständnis für China Schritt für Schritt vertieft haben.Deutsch-chinesische Zusammenarbeit sei für ihn nie ein abstrakter Begriff gewesen, sondern das Ergebnis zahlreicher Besuche, Begegnungen, Wiedersehen und gemeinsamer Projekte. Trotz veränderter internationaler Rahmenbedingungen zeigte er sich weiterhin zuversichtlich für die Zukunft der deutsch-chinesischen Freundschaft und Zusammenarbeit. Diese Zuversicht beruhe sowohl auf dem über Jahre gewachsenen Fundament als auch auf seiner langjährigen Beobachtung des chinesischen Entwicklungswegs und der Innovationskraft des Landes. Er betonte: Wirklich belastbare internationale Kooperation braucht langfristig aufgebautes Vertrauen, gegenseitiges Verständnis und Respekt.

Deutschland braucht China – und China braucht Deutschland

Prof. Hanschke erklärte, dass China weiterhin einer der wichtigsten Wirtschafts- und Handelspartner Deutschlands sei. China zeige in Bereichen wie Stahlproduktion, Künstlicher Intelligenz und Elektromobilität ein beeindruckendes Entwicklungstempo und starke Innovationsfähigkeit und stärke damit seine Position in der globalen Industrie- und Technologielandschaft. Aus seiner Sicht geht Chinas Entwicklung längst über klassisches Produktionswachstum hinaus – hin zu technologischer Führung und innovationsgetriebenem Fortschritt. Besonders beeindruckt hätten ihn die Geschwindigkeit der Entwicklung und die hohe Umsetzungskraft. Ob die sich stetig wandelnde Skyline von Shanghai oder die Effizienz großer Infrastrukturprojekte – all dies zeige den klaren Willen Chinas zu Modernisierung und Innovation.

Gleichzeitig betonte er, dass auch China Deutschland brauche. Deutschland sei nicht nur ein verlässlicher Partner in Handel und Kooperation, sondern verfüge auch über besondere Stärken in Hochschulbildung, Forschungsqualifizierung, Ingenieurwesen und internationaler Talentförderung. Viele erfolgreiche chinesische Unternehmerinnen, Unternehmer sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten in Deutschland studiert und sich hier weiterentwickelt. Dieser wechselseitige Austausch und gemeinsame Erfolg seien ein wichtiger Grundpfeiler der bilateralen Beziehungen.

Prof. Michael Z. Hou – Eine Brücke zwischen Deutschland und China

Besonders würdigte Prof. Hanschke seinen Kollegen und Freund Prof. Zhengmeng Hou von der TU Clausthal mit den Worten „Die Tür nach China wurde mir von Professor Hou geöffnet.“ Für ihn sei Prof. Hou nicht nur akademischer Partner, sondern auch Wegbereiter für ein tieferes Verständnis Chinas und für sein eigenes Engagement in der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit. Auch wenn sich die internationale Lage verändere, sei diese Tür nach China niemals geschlossen worden. Seine persönlichen Worte machten deutlich, dass nachhaltige Zusammenarbeit nicht nur auf politischen Rahmenbedingungen und Plattformen beruht, sondern vor allem auf Menschen, die beide Kulturen verstehen und langfristig Brücken des Vertrauens bauen.

Echte Kooperation braucht China-Kompetenz

Ein weiterer zentraler Begriff seiner Rede war die „China-Kompetenz“. Unter Bezug auf einschlägige Studien erklärte Prof. Hanschke, dass erfolgreiche wissenschaftliche und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China weit über Sprachkenntnisse hinausgehe. Entscheidend seien ebenso ein Verständnis für kulturelle Hintergründe, institutionelle Strukturen, politische Logiken und gesellschaftliche Dynamiken. Nur auf dieser Grundlage könne Kooperation vertieft, stabilisiert und nachhaltig gestaltet werden. Während Deutschland in diesem Bereich noch Aufholbedarf habe, sei das Verständnis Chinas für Deutschland häufig bereits stärker ausgeprägt. Daher begrüßte er die wachsende Aufmerksamkeit für den Ausbau von China-Kompetenz in Deutschland, wies jedoch zugleich darauf hin, dass die vorhandenen akademischen Strukturen der globalen Bedeutung Chinas noch nicht vollständig entsprächen. Heute entscheide nicht allein die Existenz von Projekten oder Plattformen über den Erfolg internationaler Kooperation, sondern vor allem, ob genügend Menschen einander wirklich verstehen und Brücken zwischen Bildung, Forschung, Industrie und Gesellschaft bauen können.

China wird zu einer treibenden Innovationskraft

Im zweiten Teil seiner Rede sprach Prof. Hanschke über seine Beobachtungen zur technologischen Entwicklung Chinas. China sei längst nicht mehr nur die traditionelle „Werkbank der Welt“, sondern entwickle sich in immer mehr Bereichen zu einem wichtigen technologischen Impulsgeber und Innovationstreiber. „Created by China“ werde zu einem immer deutlicheren Markenzeichen. Anhand mehrerer international beachteter Beispiele erläuterte er Chinas Fortschritte in Künstlicher Intelligenz, Großprojekten und Zukunftstechnologien. Diese Entwicklung sei kein Zufall, sondern das Ergebnis langfristiger Investitionen, systematischer Organisation und klarer strategischer Ziele. Gerade deshalb sollte die internationale Gemeinschaft Chinas Entwicklung mit Offenheit und Weitblick betrachten und daraus neue Kooperationsmöglichkeiten und gemeinsame Chancen ableiten.

Zum Abschluss sagte er: „Think Tech Forward in Partnerschaft mit China!“ Dies sei zugleich Beobachtung und Appell: technologische Zukunft gemeinsam denken und in der Partnerschaft mit China neue Möglichkeiten erschließen.

Von Hannover aus neue Zukunftsräume eröffnen

Als globaler Gradmesser industrieller Technologien ist die Hannover Messe nicht nur eine zentrale Plattform für Innovationen, sondern auch ein wichtiges Fenster für Trends der internationalen Industriekooperation. Die Veranstaltung „Invest in China – Beijing Two Zones Promotion Event“ zeigte mit Politikvorstellungen, Fachbeiträgen und Unternehmensdialogen Pekings Offenheit und Innovationsorientierung. Angesichts globaler technologischer Umbrüche und industrieller Neuordnung bestehen zwischen Deutschland und China weiterhin große Kooperationspotenziale in Wissenschaft, Bildung, Industrie und Talentförderung.

Wie Prof. Thomas Hanschke in seiner Rede deutlich machte:Nur wer Vertrauen durch Verständnis schafft und Kooperation zukunftsorientiert gestaltet, kann die neuen Chancen innovationsgetriebener Entwicklung wirklich nutzen.

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